Wir über uns

Beginn

Am Reformationstag 1994 gründete sich in Düsseldorf der Konvent schwuler Pfarrer und lesbischer Pfarrerinnen der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Im damaligen Diskussionsprozess zum Thema Homosexuelle Liebe fühlten wir uns herausgefordert, als schwule und lesbische AmtsträgerInnen in die Öffentlichkeit zu treten, damit nicht länger ohne uns über uns geredet wird.

Der Konvent besteht zur Zeit aus ca. 30 Personen.

Wir kommen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern der Rheinischen Kirche. Sehr verschieden ist auch der Grad der Offenheit, mit der die einzelnen Kolleginnen und Kollegen ihr Lesbisch- und Schwulsein im Raum der Kirche leben. Einige aus unserem Kreis leben völlig offen, andere sind zur Zeit dabei, Schritt für Schritt den Weg zu mehr Offenheit und Klarheit zu finden und zu leben. Andere sind wiederum erst ganz am Anfang oder scheuen aus verschiedenen Gründen in ihrem dienstlichen Umfeld ihre Homosexualität zu veröffentlichen.

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Situation

Nach wie vor gibt es in der Evangelischen Kirche im Rheinland für schwule Pfarrer und lesbische Pfarrerinnen erhebliche Rechtsunsicherheit:

Zwar hat die Landessynode am 11.01.1995 beschlossen: "Die Landessynode fordert die Presbyterien und andere Anstellungskörperschaften auf, bei Personalentscheidungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Pfarrerinnen und Pfarrer wegen ihrer Homosexualität nicht zu benachteiligen."

Dennoch fehlt bisher Rechtssicherheit auf der Basis des Pfarrdienstrechts mit Blick auf Anstellung und Dienstwohnung. Denn der Beschluss fährt fort: „Darüber hinaus hält es die Landessynode aber im Hinblick auf den nicht abgeschlossenen Beratungsprozess für nicht ratsam,
- generelle Regelungen für die Anstellung von homosexuell lebenden Mitarbeitenden und
- generelle Regelungen für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in Pfarrhäusern und kirchlichen Dienstwohnungen  zu treffen."

Diese Formulierung lässt zu, dass schwulen und lesbischen Paaren erstmals in einem Pfarrhaus ein gemeinsames Leben ermöglicht werden kann. Ein Rechtsanspruch besteht allerdings noch nicht. Es bleibt die Abhängigkeit von wechselnden Mehrheitsverhältnissen in den jeweiligen Entscheidungsgremien und von jeweiligen gesellschaftlichen und kirchenpolitischen Stimmungen.

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Aufgaben

Wir sind die Interessenvertretung in unserer Kirche für unsere Belange.

Insbesondere sehen wir als unsere Aufgaben an:

  • Aktive Mitarbeit in den verschiedenen Gremien der EKiR zur Integration und Akzeptanz von schwulen Pfarrern und lesbischen Pfarrerinnen (z.B. Besuch und Beratung von Presbyterien, Pfarrkonventen, Synoden ... )
  • Förderung und Ermutigung zu angstfreien Begegnungen vor Ort
  • Kontaktpflege zur Kirchenleitung
  • Schaffung von Rechtssicherheit am Arbeitsplatz und in der Dienstwohnung
  • Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen, die aufgrund ihrer Homosexualität am Arbeitsplatz angefeindet, diskriminiert oder beeinträchtigt werden
  • Förderung des Kennenlernens und Stärkung des Gemeinschaftsgefühls
  • Beratung und Begleitung in schwierigen Situationen

Mit diesen Aufgaben verstehen wir uns als Teil der schwul-lesbischen Bürgerrechtsbewegung.

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